Caritas: Hefte und Farbkästen für Schüler an 15 Grundschulen im Norden

Doris Lange und Andrea Ludwig (v.li.) bei der Übergabe in der Abteischule Hamborn. Zusätzlich zur Materialausstattung sind an der Schule auch Projekte wie Theaterspiel, Spracherwerb und  das soziale Lernen wichtig.
Doris Lange und Andrea Ludwig (v.li.) bei der Übergabe in der Abteischule Hamborn. Zusätzlich zur Materialausstattung sind an der Schule auch Projekte wie Theaterspiel, Spracherwerb und das soziale Lernen wichtig.

Eine zufriedene Bilanz trotz mancher Hürden zieht die Caritas für ihre spätsommerliche Schulmaterialien-Ausgabe zwei Wochen vor den Herbstferien.

 

Andrea Ludwig, für Pastoral und die Caritas-Quartiersarbeit rund um Hamborn, Marxloh und Walsum zuständig, berichtete über die Ausgabe von weit über 2000 Heften, Stiften, Farbkästen sowie Bastelmaterialien an Schülerinnen und Schüler von 15 Grundschulen. „Mit Unterstützung der Sparkasse und der Hamborner Wohnungsgenossenschaft konnten wir über die Schulen Material für weit über 5000 Euro an berechtigte Schüler und Familien ausgeben. Die Ausgabe musste mit Rücksicht auf die Pandemie statt an Privatleute weiter an die Grundschulen erfolgen, die den Bedarf zuvor ermittelt hatten. Eine Ausgabe direkt an der Schulmaterialienkammer an St. Norbert, Obermarxloh, fand deshalb nicht statt. Mit Sozialpädagogin Doris Lange, Schulsozialarbeiterin an der Hamborner Abteischule, wies Ludwig dabei auf mehr als doppelte so viele Anfragen von Lehrerinnen und Lehrern im Vergleich zu 2021 hin.

 

Aufgrund neu hinzugekommener Schüler auch aus der Ukraine sichteten Lehrerinnen und Lehrer in den ersten Wochen nach den Sommerferien den Bedarf aller Grundschüler. „Viele Lehrer griffen für die erste Grundversorgung an Grundschulen zwischen Don-Bosco ( Walsum), der Schule am Park (Röttgersbach) sowie den Marxloher und Hamborner Schulen (Sandstraße und Abteischule) in die eigene Tasche. „Es geht um die Menschen. Schulische Leistungen dürfen eben nicht an der Ausstattung mit Schreibzeug oder Farbkästen scheitern“, formuliert es Ludwig. Für die Sozialpädagogin Doris Lange ist auch der soziale Zusammenhalt in den Klassen der Grundschülerinnen und Grundschüler entscheidend. „Wenn Kinder keine Materialien wie Stifte oder Hefte haben, können sie sich nur eingeschränkt am Unterricht beteiligen. Für viele ist das sehr unangenehm.“ Ein gelingendes Zusammensein fördert die Schulsozialarbeiterin aber nicht nur durch die Beseitigung dieser Mängel. Ihre Arbeit in der Schule umfasst ein breites Spektrum: „Kreativ-Angebote wie Theater-Projekte sind ebenso wichtig wie Aktivitäten zur Streitschlichtung, die Förderung von Sprache, Eltern-Gespräche oder die Vermittlung an Institutionen zur frühzeitigen Erkennung von Aufmerksamkeitsdefiziten oder auch ADHS.“

 

Ausgehend von der Schulmaterialien-Ausgabe hat Doris Langes Caritas-Kollegin Andrea Ludwig eine klare Sicht auf die Situation. „Im Duisburger Norden sind Schulen vor große Herausforderungen gestellt. Der Anteil bedürftiger Familien ist hier sehr hoch. Durch die gelungene Aufnahme vieler ukrainischer Schüler ist der Bedarf an Unterstützung für alle Menschen nochmals enorm gewachsen." Eltern könnten zwar über das ,,Bildung und Teilhabe-Gesetz" (BUT) Geld für Schulmaterial beantragen. ,,Aber dennoch kommen etliche Kinder teilweise gänzlich ohne Schulmaterial oder nur sehr spärlich ausgestattet in die Schule.“ Es gebe Eltern, die damit aufgrund ihrer persönlichen Situation überfordert waren. Und Geflohene wussten bei knappen Mitteln eben nicht, welche Anbieter alle Schulmaterialien kompakt und in einer einzigen Woche vor Schuljahresbeginn deutlich preiswerter als andere Märkte anbieten konnten.

 

Sorgen machen sich Doris Lange und Andrea Ludwig auch mit Blick auf die Situation vieler Familien im bevorstehenden Winter. Andrea Lange: „Jetzt bereits spüren wir als Caritas in unserer Marxloher Lebensmittelausgabe, dass der Druck, aber auch Not und die Angst bei den Menschen deutlich wächst.“