Gemeinden leben - Statements angesichts des Missbrauchs

Ehrenamtliche Laien: Trotz der Skandale jetzt Kraft in  Gemeinden investieren


Gewählte Ehrenamtliche aus St. Johann haben nach der Veröffentlichung des Münchner Gutachtens Position zum Missbrauch durch Seelsorger und zu Versäumnissen der Kirchenverantwortlichen bezogen. Fragen beantwortete Werner Haak, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates (Bild li.). Er sprach von einer unentschuldbaren Schädigung der Opfer. ,,In der obersten Kirchenleitung sind Vergehen der Täter zudem gedeckt worden.“ Jetzt zähle für Laien und Priester dennoch, die Kirche und Glauben aktiv zu leben. ,,Ich denke, dass unser Glaube unabhängig von dem sein kann, wie sich Amtsträger verhalten haben.“

Entscheidend sind für Werner Haak Impulse der Christen für das Gemeindeleben, das vielfach durch die Pandemie schon stark am Boden liege. Was nötige Strukturreformen in der Kirche betrifft, vertraut er auf die Klarsicht von Bischof Overbeck. ,,Ich nehme ihm ab, dass er die Aufarbeitung der Geschichte des Missbrauchs mit all ihren Folgen ernst nimmt.“ Der Ruhrbischof habe in allen Phasen des Umgangs mit dem Thema verstanden, ,,dass ernste Konsequenzen im Alltag der Kirche und im Umgang mit dem Leid der Opfer nötig sind.“

 

Auch Martin Linne, Vorsitzender des Fördervereins der selbstständigen Röttgersbacher Gemeinde St. Barbara (Bild re. S-DU) , hat sich öffentlich geäußert. Er versandte einen Brief an die Vereinsmitglieder parallel zu den neuen Nachrichten aus München und rief darin Menschen zum Engagement für den Glauben auf. In Zeiten von Verzweiflung vieler am ,,Überbau der Kirche“ und der Pandemie habe die Röttgersbacher Gemeinde Sonntag für Sonntag St. Barbara nachmittags im Rahmen der ,Offenen Kirche´ geöffnet. ,,Gerade jetzt gilt es, Niemanden auszuschließen.“ Nach allen bekannten Fakten und Nachrichten fordert Linne sich um Betroffene zu kümmern, Fehler abstellen und verantwortlich fühlen. ,,Das sind aktive Schritte, etwas positiv zu verändern.“ Gemeinsames Agieren vor Ort, im Ortsteil, an der Basis und über bisherige Grenzen kirchlicher Arbeit hinweg kann ein Schlüssel für eine zukunftsfähige Kirche sein. Sie dürfe nicht am Überkommenen klammern, aber auch nicht einfach alle Traditionen über Bord werfen.