Sechs KiTas feiern Vielfalt mit großem Fest

„Unsere Welt ist bunt“. Unter diesem Motto feiern alle sechs katholischen Kindertagesstätten und Familienzentren des Duisburger Nordens am kommenden Samstag, 21. Mai, von 13 bis 16 Uhr rund um die Kirche Herz Jesu, ihr erstes großes gemeinsames KiTa- und Familienfest. „Über die Kirchtürme in Alt-Hamborn, Neumühl, Marxloh und Röttgersbach hinaus zeigen wir, dass wir in Duisburg in unserer ganzen Pfarrei zuhause und für all unsere Kinder unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion da sind. Zugleich treten wir mit dem Fest bewusst in unserer Heimat Hamborn in die Öffentlichkeit“, sagt Uta Schäfer. Sie ist Leiterin der KiTa Herz Jesu und in diesem Jahr verantwortlich für das gemeinsame Fest.

 

16 Kinder Geflohener in Neumühl

Was Offenheit und vielfältige Begegnung ohne Barrieren im Alltag und unter dem Festmotto angeht, weiß sie, wovon sie spricht. Aktuell sind 16 Kinder aus Familien mit einer Fluchtgeschichte unter den 90 Kindern in der Herz Jesu KiTa zu Hause. Zwei davon stammen aus der Ukraine und kamen in diesem Frühjahr an die Einrichtung in der Lehrerstraße. „In der KiTa haben viele Kinder einen Migrationshintergrund. Und genau das macht unsere Arbeit so interessant und intensiv.“ Gespannt ist Schäfer und die Leiterinnen der anderen KiTas vor dem Fest auf die Beteiligung an der neuen Veranstaltung nach dem Verzicht auf einige Corona-Schutzbestimmungen.

 

Alle Einrichtungen laden „ihre“ Familien, Kinder und Bekannte ein und packen bei der Organisation gemeinsam an. So wird es nach dem Gottesdienst zum Fest-Thema ein Mitbring-Buffet der Eltern geben. Zudem stellt jede der sechs Einrichtungen zwei der vielen Spiel-, Musik- oder Bastelstände. Da entstehen Kerzen, Riesenseifenblasen, Gelegenheiten zum Dosenwurf und mehr. Auch für ihre Kolleginnen in der zu Coronazeiten online entstandenen KiTa-Leitungskonferenz spricht Schäfer, wenn sie sich auf eine weitgehende Normalität beim Fest nach allen Einschränkungen der letzten zweieinhalb Jahre freut.

 

„Wir haben auf Sparflamme gelebt und mussten Krisen bewältigen.“ Das reichte wie in vielen anderen Kindergärten von Personalausfällen über nötige Abschottung von Gruppen gegeneinander bis hin zu Familien, die ihre Kinder nicht mehr in die KiTa schicken durften oder selbst darauf verzichteten.

 

„Nicht immer nur auf Sparflamme leben“

„Trotz der vielfachen Arbeit der Pandemiezeit, aber gerade wegen der Belastungen für viele Beteiligten wollten wir jetzt das große Fest“, sagt Schäfer. Am Samstag sei Zeit, „wieder ein Stück Alltag zu fahren“. Die Kinder aus vielen Nationen und auch Geflohene werden dabei sein. Für die Kleinen aus der Ukraine oder aus Syrien und den anderen Kriegsregionen sind dann Gewalt oder Krieg gerade kein Thema. Schäfer glaubt, dass die Kleinen dennoch empfinden können, was Eltern belastet. „Überhaupt sind unsere KiTas aber Orte des Vergessens.“ Sie spricht davon, dass alle Kinder geschützt in den Einrichtungen einfach Kind sein dürfen. „Sie erleben – auch im Sinn unseres Festmottos – eine bunte Gemeinschaft kaum ohne Grenzen durch körperliche Handicaps, ihre Lebensgeschichten oder Berührungsängste.“ KiTa-Alltag sei also auch jetzt ein Schutzraum – und ihr Platz zum Leben.

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