Kevelaer: Am Ort des Friedens offen auf Gott und die Menschen zugehen

Als Ort des Friedens und der selbstverständlichen Begegnung im Glauben hat Abt Albert Dölken Kevelaer am Sonntag der 243. Hamborner Fußwallfahrt bezeichnet. Nach dem gemeinsamen Gottesdienst von Bus-, Rad- und Fußpilgern in der abendlich beleuchteten Basilika machte er Mut, Christentum offen, in vielen kleinen Gemeinschaften und barmherzig im Umgang mit Mitmenschen zu leben. Zum Abschluss des Tages zogen nach der Festmesse dann über 150 Hamborner Pilgerinnen und Pilger mit Kerzen in der Hand aus der Basilika zur Gnadenkapelle am Kapellenplatz, wo sie beteten. Auf den Abend folgte für viele aus der Fußpilgergruppe dann am Montag der Rückmarsch nach Hamborn.

„Es wird nicht so viel regnen“, prophezeite ihnen der Abt. „Das Weihwasser von oben ist bereits aufgebraucht“, erklärt er mit Blick auf einen der wohl nassesten Fußpilger-Samstage der letzten Jahrzehnte. Bis auf die Knochen nass waren die Hamborner sowie von auswärts angereiste Pilgerinnen und Pilger am Samstag nach zwölf Stunden unterwegs angekommen. Erst trockenlegen, warm anziehen, dann zu Abend essen und sich bei Gesprächen im Quartier zusammenzufinden zählte. Irgendwann wurde dann auch gesungen. „Manch ein Lied haben viele dann froh gesungen und im Quartier neu entdeckt“, so Pater Albert im Sonntaggottesdienst. Die Messe verschönerten Cantorinnen und Cantoren des Musikkollegs unter Peter Schäfer. Alexander Grün an der Basilika-Orgel hatte bereits zum Einzug der Seelsorger mit Fahnen der Gemeinden und über 20 Messdiener/-innen das ,,Gegrüßet seist Du Königin“ facettenreich variiert.

 

Gottesdienstthema jenseits von Laufen und heftigen Regengüssen war das Evangelium vom barmherzigen Vater, der seinen ,,verlorenen“ Sohn mit offenen Armen und Freude empfängt. Das Evangelium stehe als berührende und motivierende Erzählung für eine Grundausrichtung der gesamten frohen Botschaft Jesu, so der Abt. „Lassen Sie uns wie der Vater zugehen auf Menschen und uns öffnen, damit Gott bei uns ankommen kann.“ Die Buspilger verließen nach dem Gebet und dem Wiedersehen mit anderen Pilgern am Sonntagabend den Marienwallfahrtsort am Niederrhein. Am Montagabend, 12. September ab 17.30 Uhr, werden die Fußpilger nach drei Wallfahrtstagen an der Abtei zurückerwartet.